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Ausland
  • Vater Kelsang und seine 6jährige Tochter Yangdol werden von einem LKW Fahrer mitgenommen. Immer wieder müssen sie chinesische Kontrollposten passieren.
  • 7.Tag. Kurz nach Tingri verlassen Kelsang und Yangdol die Strasse. Auf der gefrorenen Tundra sind sie weit sichtbar. Oft ducken sie sich in Senken aus Angst vor Patroullien. Am Horizont die Zacken der Achttausender des Himalaya.
  • 8. Tag. Der Vater streicht Yangdols Gesicht mit Yakbutter ein, um sie vor Kälte, Wind, Trockenheit und der Sonne zu schützen. Die Nächte verbringen sie eng aneinander geschmiegt eingehüllt in ihre Jacken.
  • Der Wind bläst mit solcher Kraft, dass Vater und Tochter sich immer wieder hinlegen müssen um nicht umgeworfen zu werden.
  • Kelsang und Yangdol vor dem 8188 Meter hohen Cho Oyu.
  • Bis 16 Stunden täglich marschieren die beiden Flüchtlinge aus Furcht vor Patrouillen und schlechtem Wetter.
  • Auf der Moräne des Gyabra Gleteschers. Im Hintergrund der Nangpa la, dem Grenzpass zu Nepal.
  • Der Vater trägt fünf Hosen gegen die Kälte. Er hat Pullover zerschnitten um Yangdol zu schützen. Die abgeschnittenen Ärmel wärmen ihre Beine.
  • Vor Anstrengung vermögen die Flüchtlinge nur wenige Schritte am Stücke zu gehen. Immer wieder lassen sie sich erschöpft in den Schnee fallen.
  • 10. Tag. Kelsang und Yangdol erreichen die Passhöhe auf 5716 Meter. Aus Dankbarkeit bringen sie am La Tse (Manisteinhaufen) eine Glückschleife an.

  • Auf dem nepalesischen Nangpa-Gletscher.
  • Auf der nepalesischen Seite der Grenze bricht der Gletscher steil ab und ist stark zerklüftet.
  • Dem Vater gelingt es mit Steinen ein Loch in die Eisschicht eines gefrorenen Gletschersees zu schlagen um etwas Wasser trinken zu können. Während drei Tagen konnten die Flüchtlinge kaum Flüssigkeit finden.
  • Beim Einnachten setzt Schneefall ein. Yangdol hat sich einen Fuss verstaucht.
  • 12.Tag. Namche Bazar, Nepal. Yangdol wird neu eingekleidet um einen nepalesischen Eindruck zu vermitteln.
  • In einer Herberge in Namche Bazar.
  • Ein Flüchtlingsbus bringt Kelsang und Yangdol von Kathmandu nach Neu Delhi. Der Bus wird immer wieder von korrupter Polizei angehalten, die Schmiergelder einfordern.
  • 21. Tag. Mcleod Ganj, Dharamsala, Indien. Zum ersten Mal in ihrem Leben sieht Yangdol Seine Heiligkeit den Dalai Lama.
  • Seine Heiligkeit der Dalai Lama empfängt Yangdol zusammen mit 50 ebenfalls neu angekommenen Flüchtlingen aus Tibet.
  • 25. Tag. Yangdol im TCV Dharamsala (Tibetan Childrens Village), dass von der Schwester des Dalai Lama geführt wird. Hier wird sie neben 2500 Mitschülern eine moderne, tibetisch Ausbildung erhalten.

Flucht aus Tibet

Manuel Bauer ist bisher der einzige Fotograf dem es gelang Tibeter bei ihrer Flucht über den Himalaya zu begleiten. Seine beeindruckende Reportage dokumentiert den gefahrvollen Weg eines Vaters und seiner sechsjährigen Tochter 1995 vollständig von Lhasa in Tibet bis nach Dharamsala in Nordindien über den 5716 Meter hohen Nangpa Pass. Die 20 Tage dauernde Flucht führt dramatisch die politischen Verhältnisse in Tibet vor Augen und zeigt welche Entbehrungen Tibeter auf sich nehmen um aus ihrer besetzten Heimat zu fliehen.
Die Reportage Flucht aus Tibet berührt und zeigt stellvertretend für die immer grössere Migrationsproblematik eindringlich ein Flüchtlingsschicksal.

Manuel Bauer: „Ich war mir immer bewusst, dass ich als Fotograf die schrecklichen Menschrechtsverletzungen in Tibet wie zum Beispiel die Folter von Nonnen in chinesischen Gefängnissen nicht zeigen kann. Wenn es mir aber gelingt zu dokumentieren, dass Tibeter ihr Leben riskieren um zu fliehen, dann beweisse ich wie schlimm es um die Situation in Tibet steht.“
Als profunder Kenner gibt Manuel Bauer im Weiteren Auskunft über die aktuelle Lage in Tibet und erzählt detailreich von den Ereignissen die 1959 zur Flucht des Dalai Lama führten. Er hielt für diesen Vortag Interviews mit dem Dalai Lama und schildert dessen Erlebnisse anhand von Originaldokumenten.


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