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Ausland
  • Die Basilikuskathedrale am Roten Platz in Moskau.
  • Jedes Jahr am 9.Mai, am Tag des Sieges, treffen sich die Kriegsveteranen aus dem ganzen Land in Moskau.
  • Die Metro, das wichtigste Verkehrsmittel der Stadt. Häufig erinnern die einzelnen Stationen eher an Ballsäle als an Bahnstationen. Und obwohl die Züge in den Stoßzeiten im Zweiminutentakt fahren, bekommt man nur schwer einen Sitzplatz. Bis zu 11 Millionen Menschen benutzen täglich die Metro, deren Ein- und Ausgänge ältere Damen bewachen.
  • Wenn sie wach sind. Dann allerdings können sie sehr rabiat werden, wenn man sich ihren Anweisungen widersetzt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man ein strategisch wichtiges Ziel, wie eine der vielen Rolltreppen, fotografieren möchte.
  • Wer gierig danach ist, den Geist und die Umgangsformen der Sowjetunion am eigenen Leibe zu erfahren, wird in der prächtigsten Untergrundbahn der Welt mit ein wenig Eigeninitiative sehr schnell fündig.
  • In Moskau wird keinerlei Sozialverträglichkeit geheuchelt. Angeblich werden allein in Russland jedes Jahr so viele Mercedes 500 und 600 verkauft, wie im restlichen Europa zusammen.
  • Boris Semjonowitsch, ein Freund in Moskau, begrüßt mich mit Brot, Salz und Wodka. Er meint: „Das Schlimmste in dieser Gesellschaft ist das Fehlen des Schamgefühls. Der Kapitalismus hat gewonnen und so führt er sich auch auf.“
  • Susdal liegt etwas mehr als 200 Kilometer östlich von Moskau. Ein Örtchen mit fünfundzwanzig Kirchen und acht Klöstern auf wenigen Quadratkilometern.
  • ›In Susdal erwartet sie eine wahrlich märchenhafte Welt...‹, las ich in einer Informationsbroschüre. Das ist wahr. Der Ort ist beeindruckend, ohne Zweifel. Viele Touristen werden hier noch aus den Bussen stolpern, sehr viele. Und die Leute hier machen den Eindruck, als wüssten sie das schon lange.
  • Susdal ist nicht nur ein Museumsreservat, es ist auch für viele hier Ansässige ein Reservat. Ein Reservat inmitten eines Landes, dessen Menschen unglaublich hart kämpfen, um Ordnung in das Chaos zu bringen. Und die Kirche repräsentiert dabei etwas zum Festhalten, ein nützliches Beruhigungsmittel in rücksichtslosen Zeiten.
  • Eine Motorradbikerparty in der Provinz. Der Rauch eines brennenden Autos lässt keinen der Biker das Ziel verfehlen.
  • Akustisch unterscheidet sich die Party von dem, was man kennt, aber visuell erinnert die Szenerie doch sehr an ähnliche Events hier im deutschsprachigen Raum.
  • Die Männer toben sich auf ihren Spielzeugen aus.
  • Die Frauen klären inzwischen beim Armdrücken, wer hier die Jungs dirigieren darf.
  • In der Nähe von Rostow am Don. Die augenscheinliche Fruchtbarkeit der Region und die klimatisch günstige Lage, lassen die Beantwortung der Frage offen, warum es zu Zeiten der Kommunisten immer wieder Mangel an Lebensmittel gab. Damals kursierte ein sarkastischer Spruch: Einer guten Ernte stehen nur vier Hindernisse im Weg. Das sind Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
  • Am produktivsten arbeiten die Dorfbewohner in ihren Hausgärten. Zwei Drittel aller angebotenen Produkte, wie Kartoffeln, Gemüse, Fleisch und Eier stammen aus privaten Gärten. So etwas nennt man Subsistenzwirtschaft.
  • Der Elbrus im Kaukasus: 40 verschieden Völker mit noch mehr Sprachen und Dialekten beherbergt der Kaukasus. Ein latentes Pulverfass, behaupten nicht wenige.
  • Verkehrskontrollen im Kaukasus sind nichts für schwache Nerven. 50 Euro will der mit der Mütze für meine Geschwindigkeitsüberschreitung. Umgerechnet drei Euro wäre die offizielle Strafe. Aber für diesen Milizionär ist es eine humane Kalkulation, denn er fragt mich, wie viel ich im Monat verdiene und liefert auch sofort die Antwort: 2000 Euro. Der Rest hört sich an wie: Na bitte, was willst du.
  • Der Zusammenhang zwischen meinem Phantasiegehalt und seiner Phantasiestrafe hat zwar nichts mit den üblichen Maßstäben staatlicher Sanktionen zu tun, aber das spielt auch keine Rolle. Ich will meinen Pass zurück und er will mein Geld, irgendwie muss er schließlich kalkulieren. Aber am Ende einigen wir uns doch, alles eine Frage der Kommunikation.
  • Auf dem Weg in die Berge treffen wir diese nackten Krieger. Sie entpuppen sich als russische Boxer im Trainingslager.
  • Vom Gipfel des Elbrus möchte ich mit Thomas und einem Tandemgleitschirm ins Tal fliegen.
  • Nach dem Start vom 5621m hohen Ostgipfel des Elbrus. Wir können den Flug genießen, zwischen Start und Landung liegen 3600 Höhenmeter. Der Weg vom Gipfel zu einer Kneipe mit kühlen Bier ist weit, aber die Höhe wird reichen.
  • Wir landen direkt neben einer der ambulanten Grillstationen, kühles Bier gibt es auch.
  • Im Stadtzentrum von Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad. Ein völlig zerschossenes Haus erinnert an die Brutalität dieser Schlacht.
  • Die Magistrale 5 beginnt im europäischen Ufa und endet im asiatischen Tscheljabinsk. „Straße des Todes“ wird sie genannt, weil sich hier der motorisierte Russe überdurchschnittlich oft mittels Autounfall unter die heilige russische Erde bringt.
  • Pjotr, ein russischer Radreisender. Für sich und seinen Glauben radelt er auf einem schwer bepackten Damenrad quer durch Russland. Pjotr eröffnet uns, dass er jetzt bei uns im Auto mitfahren wird.
  • Die Hauptverkehrsadern sind in Ordnung, wenn man diese allerdings verlässt, dann sollte man sich keinesfalls einschüchtern lassen.
  • Eine Reise mit dem eigenen Auto durch Russland ist immer noch eine hervorragende Gelegenheit, seine eigene Gelassenheit zu testen.
  • Ein Dorf am Baikalsee. Wer hier keine Lizenz zum Fischen hat oder sonst irgendeine Arbeit, der hat ein Problem. Und dieses löst er meistens im Alkohol auf.
  • Der berühmte Schamanenfelsen im Baikalsee. Man stelle sich den Baikal in Europa vor: Der See wäre ein viel besuchtes Ferien-"Resort" mit Sporthotels, Golfplatz, Surfbasis, Rennboothafen und Bungee-Jumping-Turm. In Sibirien ist der See nur See.
  • Gestern waren wir noch in Irkutsk, dort zeigte das Thermometer -34°C an. Hier auf dem Eis des Baikalsees sind 31 Grad unter Null. Es stimmt also, was man uns in Irkutsk erzählt hatte: Direkt am See ist es wärmer.
  • Die Landschaft, die Einsamkeit, die Kälte - alles, was uns umgibt, ist grandios. Zu Fuß wollen wir diesen gefrorenen Ozean überqueren.
  • Für jeden reichlich ein Quadratmeter Behaglichkeit in der großen kalten Leere. Wir haben verschiedene Fertigmahlzeiten dabei. Gefriergetrocknete Gaumenfreuden, mit so viel versprechenden Namen wie „Heiße Tasse“ oder „Fünf-Minuten-Terrine“.
  • Der Lada Niva. Vierzehn Jahre alt war dieses Kleinod russischer Kraftfahrzeugtechnik, als es mich und meinen Reisepartner Thomas von Dresden zum Baikalsee brachte. 500 Euro inklusive ASU und TÜV wollte der Verkäufer für dieses Einzelstück. Während ich ihm das Geld in seine verölten Hände blätterte, bemerkte der junge Mann, ich hätte eben ein sehr gutes Geschäft gemacht. Nach 30 000 km ohne größere Probleme musste ich ihm Recht geben.

ABENTEUER RUSSLAND

und Transsibirische Eisenbahn

Auf nach Moskau und St. Petersburg, in den Kaukasus und auf die ukrainische Halbinsel Krim, auf nach Sibirien und zum Baikalsee heisst es immer wieder für Holger Fritzsche. Seit 1986 bereiste er mehr oder weniger regelmässig Russland. Der spezielle Charme des Landes, das Alltägliche und Skurrile, liess ihn nicht mehr los. Er erlebte Abenteuer pur bei seiner Ueberquerung des Baikalsees im Winter zu Fuss bei -40°C mit Freunden und bei seiner Trekkingtour im Zentralkaukasus mit seinen kleinen Söhnen. Auch sportlich aktiv war Holger Fritzsche in Russland unterwegs, besonders beeintrugend ist sein Gleitschirmflug im Kaukasus und seine Teilnahme am Sibirien Ice Marathon, einem eisigen sibirischen Rennen im Januar am Ufer der Irtysch. Die Fahrt mit der berühmten Transibirischen Eisenbahn fehlt natürlich auch nicht in Holger Fritzsches russischen Entdeckungsreisen. Viele kleine Geschichten von Unterwegs vereint Holger Fritzsche zu einem lebendigen Vortrag.

Go east – aktuell, informativ, abenteuerlich und komisch ist die Film- und Fotoreportage von Holger Fritzsche.


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